Original, Kopie oder Fälschung? Friedrich Schiller, sein Schreibtisch und das KZ Buchenwald

Im Dokumentationszentrum der Gedenkstätte Buchenwald fällt mein Blick auf ein Spinett, einen Bücherschrank, fünf hölzerne Transportkisten und einen Schreibtisch aus Holz. Ich lese: Sie gehörten einst zu einem der größten Söhne der Stadt, dem Dichter Friedrich Schiller. Warum – so frage ich mich – findet sich der Schreibtisch Schillers im ehemaligen Konzentrationslager? … Mehr Original, Kopie oder Fälschung? Friedrich Schiller, sein Schreibtisch und das KZ Buchenwald

Goethes Eiche in Buchenwald. Wie in Weimar Erhabenes und Abgründiges zusammen eine Geschichte erzählen

Als die Nationalsozialisten im Jahr 1937 das Konzentrationslager erbauten, ließen sie den gleichnamigen Wald roden. Nur eine freistehende Eiche sollte aus Verehrung für den größten Sohn der Stadt stehen bleiben. Das Konze ntrationslager wurde soum ein Symbol deutscher Kraft und Größe herum gebaut und diente dem Zweck, beides zu vermehren und vermeintlich Unwertes zu vernichten. … Mehr Goethes Eiche in Buchenwald. Wie in Weimar Erhabenes und Abgründiges zusammen eine Geschichte erzählen

Weihnachtsstern aus Stacheldraht, oder: Die Krippe von Wietzendorf

Für viele der 6000 italienischen Kriegsgefangenen war es schon der zweite Winter in Gefangenschaft im niedersächsischen Wietzendorf. Die Lebensbedingungen in diesem Lager waren unmenschlich. Es war winterlich kalt, feucht und dunkel. Die Verpflegung, wenn man sie denn so nennen konnte, war rationiert oder blieb ganz aus. Kranke wurden nicht versorgt. Hunger und Einsamkeit kamen hinzu. … Mehr Weihnachtsstern aus Stacheldraht, oder: Die Krippe von Wietzendorf

Am Volkstrauertag denke ich an Hugo. Er starb nicht für Deutschland. Er starb.

Am 4. Januar 1927 wurde meinen Großeltern ein Junge geboren, der mein Onkel hätte werden können. Sie gaben ihm den Namen Hugo. In den letzten Kriegsmonaten wurde er, gerade 18 Jahre alt, nach einer kurzen militärischen Ausbildung noch Köln kommandiert. Am 1. April 1945 geriet er im Rheinland zunächst in Gefangenschaft. Am 19. September starb er unter ungeklärten Umständen in Frankreich. Ist der Tod, den er starb, ein besonderer Tod? Unzählige Denkmäler wollen uns das glauben machen. … Mehr Am Volkstrauertag denke ich an Hugo. Er starb nicht für Deutschland. Er starb.

„Lernt schwimmen!“ Für Erich Kästners Roman „Fabian“ waren die „Goldenen 1920er Jahre“ blind und taub für die kommende Katastrophe. Wie würde der Dresdner Autor wohl die 2020er Jahre nennen?

Bei meinem Besuch in Dresden wurde ich auf Erich Kästners wichtigsten Roman für Erwachsene aufmerksam. Sein Autor war einer der wenigen Hellsichtigen, der die Gefahr des aufkommenden Faschismus erkannte. Doch der Verlag fürchtete sich und schwächte seine Warnung ab. Mein Blogbeitrag spürt der Geschichte eines Buches nach, das dieser Tage 90 Jahre alt geworden ist. … Mehr „Lernt schwimmen!“ Für Erich Kästners Roman „Fabian“ waren die „Goldenen 1920er Jahre“ blind und taub für die kommende Katastrophe. Wie würde der Dresdner Autor wohl die 2020er Jahre nennen?

„Von Politik verstehe ich nicht viel.“ Sophie Scholl zeigt, dass auch ein vermeintlich unpolitischer Mensch in der Lage ist, für das Recht einzutreten.

Sophie Scholl wurde am 22. Februar 1943 hingerichtet. Zahlreiche Dokumente zu den letzten Tagen ihres Lebens sind öffentlich zugänglich. Sie zeigen, wie viele Menschen in diesen wenigen Tagen glaubten, keine Alternative zu haben, als dem Unrecht zu dienen. So konnte das System reibungslos funktionieren. Dass so viele Räder ineinandergriffen, kostete der aufrichtigen Studentin und ihren Freunden am Ende das Leben. … Mehr „Von Politik verstehe ich nicht viel.“ Sophie Scholl zeigt, dass auch ein vermeintlich unpolitischer Mensch in der Lage ist, für das Recht einzutreten.

„Vater und Sohn“. Wie Erich Ohser der Diktatur listig die Stirn bot und den Kampf dennoch tragisch verlor

Erich Ohser schied am frühen Morgen des 6. April 1944 aus dem Leben. Uns Nachgeborenen ist Erich Ohser vor allem als Schöpfer der etwa 160 Karikaturen „Vater und Sohn“ bekannt, die zwischen 1934 und 1937 in wöchentlicher Folge in der Berliner Illustrirten Zeitung erschienen. Vordergründig bestehen seine beiden Antihelden kleine Abenteuer und vertreiben sich den Tag mit Späßen. Doch seine Karikaturen sind ebenso wenig unpolitisch wie Johanna Haarers Ratgeber für junge Mütter ideologiefrei war. … Mehr „Vater und Sohn“. Wie Erich Ohser der Diktatur listig die Stirn bot und den Kampf dennoch tragisch verlor

„Ein Indianer kennt keinen Schmerz.“ Ein unsäglicher Erziehungsratgeber lehrte Eltern, ihrer Intuition zu misstrauen, und ist für unzählige Tränen verantwortlich.

Die zum Teil traumatisierten „Kriegskinder“ rezipierten in großer Zahl den Ratgeber einer Lungenfachärztin. Als Eltern waren sie bereit, ihre Intuition Kindern gegenüber zu unterdrücken. So reproduzierten sie ihr eigenes Leid, ihre Gefühllosigkeit und ihre Bindungsarmut in der nächsten Generation. Viele sogenannte „Kriegsenkel“ suchen nun aber nach Antworten. … Mehr „Ein Indianer kennt keinen Schmerz.“ Ein unsäglicher Erziehungsratgeber lehrte Eltern, ihrer Intuition zu misstrauen, und ist für unzählige Tränen verantwortlich.

„Entscheidend ist, dass es ein einziges Buch ist.“ Warum wir die Unterscheidung zwischen Antijudaismus und Antisemitismus aufgeben sollten

Wenn Antisemitismus ein Buch ist, dann besteht es aus vielen Kapiteln. Eines der Kapitel, an dem auch Martin Luther mitgeschrieben hat, ist der kirchliche Antijudaismus. Weitere Kapitel untersuchen den nationalistischen und den rassistischen Antisemitismus, den Vernichtungs-Antisemitismus des Nationalsozialismus, den antizionistischen, den muslimischen sowie den Antisemitismus der Gegenwart, der ebenfalls rechtsextreme Wurzeln hat. Ob auf dem Titel des Buches Antijudaismus oder Antisemitismus steht, ist letztlich nicht wichtig. Entscheidend ist, dass es EIN Buch ist. … Mehr „Entscheidend ist, dass es ein einziges Buch ist.“ Warum wir die Unterscheidung zwischen Antijudaismus und Antisemitismus aufgeben sollten

„Für oder gegen den Führer?“ Ein Augenzeuge erzählt von den wenigen Stunden, in denen es noch Hoffnung gab, der Umsturz des 20. Juli 1944 könnte gelingen.

Die Nachrichten, die am Nachmittag des 20. Juli 1944 Berlin erreichten, waren nicht eindeutig. War der Führer unter den Toten? Im Bendlerblock, dem Ort, an dem die Operation Walküre anlaufen sollte, war Verunsicherung zu spüren. Wer musste mit einer Verhaftung rechnen, die Verschwörer oder die dem Nationalsozialismus treu ergebenen Offiziere? … Mehr „Für oder gegen den Führer?“ Ein Augenzeuge erzählt von den wenigen Stunden, in denen es noch Hoffnung gab, der Umsturz des 20. Juli 1944 könnte gelingen.