Als Felix Manz im kalten Wassser der Limmat ertränkt wurde. Eine Erinnerung an ein unrühmliches Kapitel der Reformation

In Worms hatte sich Martin Luther im April 1521 mutig auf sein Gewissen berufen und seine Widersacher aufgefordert, ihn durch Worte der Heiligen Schrift zu widerlegen. Andernfalls sei er in seinem Gewissen gebunden und könne nicht widerrufen. Zu Recht wird er bis heute dafür gefeiert. Bei einem Besuch in Zürich stand ich an einer Stelle, an der die evangelische Seite die Freiheit des Gewissens ihren Gegnern nicht zugestehen wollte. … Mehr Als Felix Manz im kalten Wassser der Limmat ertränkt wurde. Eine Erinnerung an ein unrühmliches Kapitel der Reformation

„Das werdet ihr büßen, und ich weiß auch schon wann.“ Als Jona ankündigen musste, was möglichst nicht geschehen sollte

Jona sitzt im Schatten des Rizinusstrauchs und zählt die Tage. Als 40 Tage vergangen sind, geschieht … nichts. Die Dächer der Häuser und der Tempel der großen Stadt glitzern nach wie vor in der Sonne. Kein Blitz, kein Erdbeben, nichts. Er ist irritiert. Da hört er wieder die Stimme: „Jona, ich habe es mir anders überlegt, ich habe Mitleid.“ -„Aber Gott, wie kannst du ihnen gnädig sein? Gut, sie haben Buße getan, aber sie dienen doch noch immer ihren Göttern. Sie glauben doch gar nicht an dich! Ist dir das egal?“ … Mehr „Das werdet ihr büßen, und ich weiß auch schon wann.“ Als Jona ankündigen musste, was möglichst nicht geschehen sollte

“We never knew what friends we had until we came to Leningrad” – Menschlichkeit ist möglich, sobald es Menschen ermöglicht wird, einander zu begegnen.

Musikalisch gefallen hat mir sein Lied aus dem Jahr 1989 schon immer. Doch es enthält eine Botschaft, die sich mir jetzt erst erschlossen hat. Leningrad von Billy Joel erzählt die Geschichte zweier Menschen, die selbst Kinder des Kalten Krieges waren. Ausgangspunkt ist ein Ereignis, das genau 70 Jahre zurückliegt. … Mehr “We never knew what friends we had until we came to Leningrad” – Menschlichkeit ist möglich, sobald es Menschen ermöglicht wird, einander zu begegnen.

Atemlos in Birmingham. Der Erfolg der Uraufführung von Mendelssohns „Elias“ war grandios. Doch welchen Preis musste der sensible Komponist dafür bezahlen?

Das Musikfest in Birmingham sollte der Höhepunkt der städitschen Kultursaison werden. Es waren sechs Konzerte in vier Tagen mit Georg Friedrich Händels Messias, Joseph Haydns Schöpfung, Beethovens Missa Solemnis und weiteren Orchesterwerke. Und das neue Oratorium von Felix Mendelssohn, dem Leiter des Festivals, sollte erstmalig erklingen. Die Anstrengungen dieser Tage müssen für den sensiblen und perfektionistischen Künstler immens gewesen sein. Warum verlangte er sich so unendlich viel ab? … Mehr Atemlos in Birmingham. Der Erfolg der Uraufführung von Mendelssohns „Elias“ war grandios. Doch welchen Preis musste der sensible Komponist dafür bezahlen?

Rut und Noomi. Zwei Frauen, fünf Episoden, acht Einsichten. Eine biblische Geschichte von Leid, Klugheit und Solidarität

Rut ist eine junge Witwe. Sie hat keine Kinder. Auch Noomi, ihre Schwiegermutter ist verwitwet und beide Söhne – einer war Ruts Ehemann – sind vor ihr gestorben. Eigentlich wären sie auf die Barmherzigkeit anderer angewiesen. Doch die beiden Protagonistinnen ergeben sich nicht in ihr Schicksal.
Die Bibel erzählt ihre Geschichte. Sie beginnt an einem kleinen Ort in Judäa, dessen Name uns sehr vertraut ist. … Mehr Rut und Noomi. Zwei Frauen, fünf Episoden, acht Einsichten. Eine biblische Geschichte von Leid, Klugheit und Solidarität

„Nicht nur ethische Themen, bitte!“ Vier Megatrends und zwölf Zukunftsaufgaben des nachpandemischen Religionsunterrichts

„Nur ethische Themen!“ Diese Beschränkung wurde vielen Religionslehrerinnen und -lehrern in der Zeit der Pandemie auferlegt. Lebenskunde, die die Gottesfrage ausklammerte, schien die Antwort auf die Herausforderung der Pandemie zu sein. Der Religionsunterricht muss dieses Verdikt nun hinter sich lassen, will er seinen Markenkern nicht verlieren. Und doch wird sich manches ändern. Denn vier Megatrends fordern ihn heraus. Was bedeuten sie für die Religionsdidaktik der nächsten Jahre? Zwölf religionspädagogische Überlegungen … Mehr „Nicht nur ethische Themen, bitte!“ Vier Megatrends und zwölf Zukunftsaufgaben des nachpandemischen Religionsunterrichts

Zweimal vierundvierzig Jahre. Wie eine antike Palastaula von Kunstwerken des 19. Jahrhunderts befreit wurde und vier Marmorköpfe der Evangelisten dabei fast zerstört worden wären.

Der römische Kaiser Konstantin ließ sich hier huldigen, wenn er in Trier Hof hielt. Auf einem Thron in der Apsis sitzend empfing er seine Gäste. Heute ist seine Palastaula die Evangelische Kirche zum Erlöser. An ihrer rechten Seitenwand stehen auf unterschiedlich hohen Stelen fünf beschädigte Marmorköpfe. Ich wollte herausfinden, welche Geschichte sie erzählen. … Mehr Zweimal vierundvierzig Jahre. Wie eine antike Palastaula von Kunstwerken des 19. Jahrhunderts befreit wurde und vier Marmorköpfe der Evangelisten dabei fast zerstört worden wären.

„Ti voglio bene assai.“ Als der schwerkranke Maestro in die grünen Augen seiner Schülerin blickte. Eine Erinnerung an Enrico Caruso

Lucio Dallas berühmtes Lied „Caruso“ wurde eines der erfolgreichsten und vielleicht auch eines der schönsten Lieder des Bolognesers. Der Refrain erinnert an den neapolitanischen Dialekt des großen Tenors. Es ist ein musikalisches Denkmal für den früh Verstorbenen und zugleich ein philosophisches Gedicht über die Werte, die letztendlich im Leben zählen. … Mehr „Ti voglio bene assai.“ Als der schwerkranke Maestro in die grünen Augen seiner Schülerin blickte. Eine Erinnerung an Enrico Caruso

„Du bist der Präsident!“ Was die Rettung der Tiger mit Generationengerechtigkeit zu tun hat.

„Es war schon spät, als ich im Weißen Haus eintraf. Michelle lag im Bett und las. Ich erzählte ihr von meiner Reise und erkundigte mich nach den Mädchen. ,Sie sind wegen dem Schnee total aus dem Häuschen‘, sagte sie.
Sie grinste mich mitfühlend an. ,Malia wird dich beim Frühstück vermutlich fragen, ob du die Tiger gerettet hast.’“
Ein Gespräch von Ex-Präsident Obama mit seinr Tochter illustriert die Verantwortung der Erwachsenengeneration für eine Welt von morgen. … Mehr „Du bist der Präsident!“ Was die Rettung der Tiger mit Generationengerechtigkeit zu tun hat.

„So sei gegrüßt viel tausendmal, holder, holder Frühling!“ Als Robert Schumann dieses Gedicht vertonte, war das ein politisches Statement.

Als Robert Schumann 1849 das Frühlingsgedicht von Heinrich Hoffmann von Fallersleben aus dem Jahr 1844 vertonte, motivierten ihn nicht allein die blühenden Bäume und die wärmende Frühjahrssonne dazu. Es war ein Spiel mit einer politischen Idee seiner Zeit, vielleicht auch ein Bekenntnis. Der erfahrene Musikschriftsteller Schumann wusste, wessen Zeilen da vor ihm lagen. Der Verfasser war vor wenigen Jahren seines Lehrstuhls an der Universität in Breslau enthoben worden. Dieser Tage jährt sich Robert Schumanns Tod zum 170. Mal. … Mehr „So sei gegrüßt viel tausendmal, holder, holder Frühling!“ Als Robert Schumann dieses Gedicht vertonte, war das ein politisches Statement.