Wunderkind und Witwenzeit. Wenn der Weg zum Ruhm über Sorgen und Enttäuschungen führt. Gedanken am Grab von Clara Schumann

Sonntag, der 24. Mai 1896. Clara Schumann wird in Bonn an der Seite ihres Ehemannes bestattet. Fünf Tage zuvor, am Mittwoch, dem 20. Mai, war sie 76-jährig in Frankfurt in Anwesenheit zweier ihrer Töchter und eines Enkelsohnes verstorben. 125 Jahre nach diesem Ereignis stehe ich selbst an dieser Stelle. Wer war die Frau, die an diesem Tag zu Grabe getragen wurde? Wer war sie, deren Karriere als Wunderkind begonnen hatte und die als Ehefrau und Witwe von Robert Schumann, als kritische Herausgeberin seiner Werke und als Mutter von acht Kindern zur international gefeierten Klaviervirtuosin geworden war? … Mehr Wunderkind und Witwenzeit. Wenn der Weg zum Ruhm über Sorgen und Enttäuschungen führt. Gedanken am Grab von Clara Schumann

„Von Politik verstehe ich nicht viel.“ Sophie Scholl zeigt, dass auch ein vermeintlich unpolitischer Mensch in der Lage ist, für das Recht einzutreten.

Sophie Scholl wurde am 22. Februar 1943 hingerichtet. Zahlreiche Dokumente zu den letzten Tagen ihres Lebens sind öffentlich zugänglich. Sie zeigen, wie viele Menschen in diesen wenigen Tagen glaubten, keine Alternative zu haben, als dem Unrecht zu dienen. So konnte das System reibungslos funktionieren. Dass so viele Räder ineinandergriffen, kostete der aufrichtigen Studentin und ihren Freunden am Ende das Leben. … Mehr „Von Politik verstehe ich nicht viel.“ Sophie Scholl zeigt, dass auch ein vermeintlich unpolitischer Mensch in der Lage ist, für das Recht einzutreten.

„Ich weiß nicht, was soll es bedeuten.“ Wie aus der Ballade von der schönen Lore aus Bacharach ein Volkslied wurde

Gestern haben die Gäste auf dem weißen Rheinschiff noch Selfies vor dem Schloss Neuschwanstein gemacht, heute suchen sie die Spitze des Felsens nach einen Mädchen ab, das sich dort mit einem goldenen Kamm die Haare pflegt. Morgen werden sie im Schwarzwald eine Kuckucksuhr kaufen. Dann haben sie die drei Orte besucht, die – wie man ihnen gesagt hat – wie nichts anderes für das romantische Deutschland stehen. Woher rührt die Popularität des kahlen Schieferfelsens am Mittelrhein? … Mehr „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten.“ Wie aus der Ballade von der schönen Lore aus Bacharach ein Volkslied wurde

Die Vespa wird 75. Wie aus einem alltagstauglichen Roller eine Stilikone wurde

Am 23. April 1946 meldete der italienische Ingenieur Corradino D’Ascanio den Namen Vespa zum Patent an. Dem Motorroller ist in 75 Jahren eine seltene Karriere gelungen und noch zu Lebzeiten zur Legende geworden, weil ihr der seltene Spagat zwischen hoher Stückzahl und Singularität gelungen ist. … Mehr Die Vespa wird 75. Wie aus einem alltagstauglichen Roller eine Stilikone wurde

„Ich glaube eigentlich nicht an Wunder, aber mir sind im meinem Leben schon einige widerfahren.“ Ein Plädoyer für eine aufmerksame Spurensuche

Dass ein Flugzeug abstürzt, wenn die Technik völlig versagt, ist leider unvermeidlich. Wunder, die die Gesetze der Schwerkraft für einen Moment außer Kraft setzen, bleiben aus. Aber nehmen wir an, dass ein Mensch, nennen wir ihn Eric, mit diesem Flugzeug reisen wollte. Beim Check-In musste er feststellen, dass sein Ausweis abgelaufen war. Er hatte nicht daran gedacht, rechtzeitig neue Dokumente zu beantragen. Seine Vergesslichkeit rettete ihm das Leben. War das eine Laune der Natur oder eine wunderbare Rettung? … Mehr „Ich glaube eigentlich nicht an Wunder, aber mir sind im meinem Leben schon einige widerfahren.“ Ein Plädoyer für eine aufmerksame Spurensuche

„Hier stehe ich, ich kann nicht anders.“ Tom und Ronni wollen alles über Martin Luther herausfinden. (3/4)

Martin Luther reiste nach Worms. Ein wenig fürchtete er sich. Man hatte ihm aber versprochen, dass er nicht verhaftet würde. Am 2. April verließ er Wittenberg mit einer Kutsche. Unterwegs machte er immer wieder Station und predigte in den Kirchen. Es war ein Dienstag, als er am 16. April in Worms eintraf. Am Stadttor wurde er abgeholt und zu seinem Quartier gebracht. Die ganze Stadt war auf den Beinen. Trotzdem ging es Martin gar nicht gut, er hatte furchtbare Bauchschmerzen, aber von seinem Pferdewagen winkte er den Menschen tapfer auf der Straße zu. … Mehr „Hier stehe ich, ich kann nicht anders.“ Tom und Ronni wollen alles über Martin Luther herausfinden. (3/4)

„Vater und Sohn“. Wie Erich Ohser der Diktatur listig die Stirn bot und den Kampf dennoch tragisch verlor

Erich Ohser schied am frühen Morgen des 6. April 1944 aus dem Leben. Uns Nachgeborenen ist Erich Ohser vor allem als Schöpfer der etwa 160 Karikaturen „Vater und Sohn“ bekannt, die zwischen 1934 und 1937 in wöchentlicher Folge in der Berliner Illustrirten Zeitung erschienen. Vordergründig bestehen seine beiden Antihelden kleine Abenteuer und vertreiben sich den Tag mit Späßen. Doch seine Karikaturen sind ebenso wenig unpolitisch wie Johanna Haarers Ratgeber für junge Mütter ideologiefrei war. … Mehr „Vater und Sohn“. Wie Erich Ohser der Diktatur listig die Stirn bot und den Kampf dennoch tragisch verlor

„Ein Indianer kennt keinen Schmerz.“ Ein unsäglicher Erziehungsratgeber lehrte Eltern, ihrer Intuition zu misstrauen, und ist für unzählige Tränen verantwortlich.

Die zum Teil traumatisierten „Kriegskinder“ rezipierten in großer Zahl den Ratgeber einer Lungenfachärztin. Als Eltern waren sie bereit, ihre Intuition Kindern gegenüber zu unterdrücken. So reproduzierten sie ihr eigenes Leid, ihre Gefühllosigkeit und ihre Bindungsarmut in der nächsten Generation. Viele sogenannte „Kriegsenkel“ suchen nun aber nach Antworten. … Mehr „Ein Indianer kennt keinen Schmerz.“ Ein unsäglicher Erziehungsratgeber lehrte Eltern, ihrer Intuition zu misstrauen, und ist für unzählige Tränen verantwortlich.

Viren sind dann am gefährlichsten, wenn man sie leugnet. Warum wir über Rassismus reden müssen.

Im vergangenen Jahr erschien der erste Band von Barack Obamas Präsidentschaftserinnerungen. Mehrfach berichtet er darin auch von rassistischen Entgleisungen. Er unterstreicht, dass in seiner Wahrnehmung Rassismus im Alltag der amerikanischen Gesellschaft oft nicht als solcher erkannt wird. Das Problem kennt aber die deutsche Gesellschaft auch. … Mehr Viren sind dann am gefährlichsten, wenn man sie leugnet. Warum wir über Rassismus reden müssen.

Im Namen der Barmherzigkeit: Hans Küng sollte die Missio Canonica zurückerhalten. Ein Appell

Schon 2005 hatte Hans Küng in einem Brief an Papst Benedikt festgehalten: „Allzu viele Jahre sind uns Altersgenossen und früheren Tübinger Kollegen jetzt ohnehin nicht mehr geschenkt.“ Dass es in den Streitfragen der späten 1970er Jahre bis heute keine Einigung gibt, ist traurig. Küng hat sich nun aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, aber er ist noch am Leben. Noch ist es möglich, auf ihn, einen der profiliertesten deutschsprachigen Theologen der letzten Jahrzehnte, der sich bis heute als Katholik sieht, in Würdigung seiner wissenschaftlichen Verdienste um die Theologie, die Kirche, die Ökumene und den interreligiösen Dialog mit einer großmütigen und unzweideutigen Geste der Barmherzigkeit zuzugehen. … Mehr Im Namen der Barmherzigkeit: Hans Küng sollte die Missio Canonica zurückerhalten. Ein Appell