„Wenn du ihn sehen könntest …“

Johann Sebastian Bach, 21.03.1685-28.07.1750

Aus Anlass des 270. Todestag des großen Johann Sebastian Bach hier die Dokumentation einer halb-dienstlichen Beurteilung des Thomaskantors durch Johann Matthias Gesner, den Rektor der Thomasschule, Er beschrieb die Probenarbeit Bachs im Jahr 1738 in einem sehr langen Halbsatz:

Wenn du ihn könntest, wie er auf alle zugleich achtet oder von dreißig oder vierzig Musizierenden diesen durch ein Kopfnicken, den nächsten durch Aufstampfen mit dem Fuß, den dritten mit drohendem Finger zu Rhythmus und Takt anhält, dem einen in hoher, dem anderen in tiefer, dem dritten in mittlere Lage seinen Ton angibt, wie er ganz allein mitten im lautesten Spiel der Musiker, obwohl er selbst den schwierigsten Part hat, doch sofort merkt, wenn irgendwo etwas nicht stimmt, wie er alles zusammenhält und überall abhilft, und wenn es irgendwo schwankt, die Sicherheit wieder herstellt, wie er den Takt in allen Gliedern fühlt, die Harmonieren alle mit scharfem Ohr prüft, allein alle Stimmen mit der einigen begrenzten Kehle hervorbringt ….

Zu Ehren des 5. Evangelisten drei Interpretationen von „Schafe können sicher weiden„, einer Arie aus seiner weltlichen Kantane „Was mir behagt, ist nur die muntre Jagd“ (BWV 208) – in der Hoffnung, dass die Bearbeitungen ihm gefallen würden.

Silver Brass
Lucas & Arthur Jussen
Swingle Singers