Lateinisch-byzantinisch-arabische Symbiose: Die Verschmelzung dreier Kunstrichtungen lässt in Palermo eines der schönsten Gotteshäuser der Welt entstehen.

Der normannische König Roger II. ließ in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts in seiner Residenz in Palermo eine Kapelle bauen, in der die besten Künstler und Bauhandwerker seiner Zeit mitarbeiteten. Der Grundriss der Kirche ist lateinisch und erinnert mit Mittelschiff und Seitenschiffen an katholische Basiliken. Der Altarraum, das Presbyterium hingegen erinnert hinsichtlich seiner Form und seiner Ausgestaltung und der Mosaike an den byzantischen Ritus. Blickt man schließlich an die Decke, dann sieht man die kunstvollen Schnitzarbeiten aus arabischer Hand.

Roger, ein gebildeter Kunstliebhaber, hatte in weltanschaulichen und religiösen Fragen keine in heutigem Sinn modernen Ansichten. Der katholischen Kirche war er treu ergeben. Aber gelang ihm, dass die ethnischen und religiösen Strömungen in seinem Reich einander gewähren ließen. Als Katholik verstand er es, sich der Einflussnahme des Papstes zu entziehen. Er war gebildet und und ein Kunstliebhaber. Die besten byzantinischen Mosaikkünstler seiner Zeit beschäftigte er an seinem Hof. Auch die Muslime seines Reiches hatten ein Auskommen und gewisse Freiheiten. Ihre arabische Ornamentik findet sich in der Kapelle an vielen Stellen – und nicht nur dort.

Ein virtueller Rundgang durch die Cappella Palatina in Palermo (Klick auf das Bild)

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