Ein schwedisches Mädchen mit Zöpfen passt sich nicht an. Es ist Zeit an Pippis Erfinderin zu erinnern.

Astrid Lindgrens bekannteste Figur, das fröhlich-anarchistische Mädchen Pippi, wurde im Jahr 1944 „geboren“. Astrids Tochter Karin, sieben Jahre alt, lag krank im Bett und sagte: „Erzähl‘ mir was!“ Als ihre Mutter erschöpft fragte: „Was soll ich dir denn erzählen?“, antwortete sie: „Erzähl‘ mir was von Pippi Langstrumpf!“ Der Name war in der Welt. „Ich fragte nicht, wer Pippi Langstrumpf war, sondern fing an zu erzählen. Und so komisch Pippis Name war, so eigenartig wurde auch die Geschichte“, so Lindgren später.

Astrid Lindgren (1960)

Drei Jahre später musste sie selbst das Bett hüten, weil sie auf Glatteis ausgerutscht war und sich den Fuß verstaucht hatte. Sie fing an, die Pippi-Geschichten aufzuschreiben, um sie Karin zum Geburtstag zu schenken. Eine Kopie schickte sie an einen Verlag. Ihr Begleitbrief endete folgendermaßen: „In der Hoffnung, dass Sie nicht das Jugendamt alarmieren…“ Denn sie hatte ja selbst zwei Kinder, und was sollte aus denen werden – mit einer Mutter, die solche Bücher schrieb?!

Ihr Verdacht, dass das Manuskript nicht angenommen werden würde, bestätigte sich zunächst. Der Verlag lehnte eine Veröffentlichung ab. Würden sich in Zukunft alle Kinder so aufführen wie Pippi? Ein Jahr später hatte sich der Verlag besonnen. Ihr Debutroman erschien und wurde ein Welthit. Pippi, die Unangepasste, die nicht auf Lehrer, vermeintliche Experten oder Jugendamt hört, die ihre Freiheit liebt, die Übermut und Trauer gleichermaßen kennt, die Menschen in ihrer Umgebung träumen lässt und glücklich macht, fasziniert Kinder und Erwachsene seit fast 70 Jahren. Was den Verlag zunächst abgeschreckt hatte, wurde zum Grund für den Erfolg, der bis heute anhält.

Als Astrid Lindgren 90 Jahre alt wurde, sagte sie, sie wolle sich nun vom Schreiben ausruhen. Sie hatte vierzig Bücher geschrieben. Sie starb am 28. Januar 2002 mit 94 Jahren in Stockholm.

Peter, Pelle, Lotta, Pippi und Ronja: Lindgren-Erzählungen leiten Kinder an, über den Lebensweg zu reflektieren

Station 1: Peter („Ich will auch Geschwister haben“) ist wütend auf die neugeborene Lena, weil die Mutter viel Zeit mit ihr verbringt.

Station 2: Pelle („Pelle zieht aus und andere Weihnachtsgeschichten“) fühlt sich ungerecht behandelt und zieht nach „Herzhausen“.
Online 29.01.2020

Station 3: Lotta („Na klar, Lotta kann Radfahren“) möchte Rad fahren können wie ihre älteren Geschwister, stürzt aber bei ihrem ersten Versuch.
Online 30.01.2020

Station 4: Pippi Langstrumpf („Pippi geht an Bord“) und ihre Freunde nehmen Pillen, damit sie nie erwachsen werden.
Online 31.01.2020

Station 5: Ronja („Ronja Räubertochter“) entdeckt, dass der Tod zum Lebensweg hinzugehört.
Online 01.02.2020

—> Unterrichtsreihe für den Religionsunterricht. Ein „Gruß aus der Küche“ auf www.rpz-igb.de