Clara Schumann, 200 Jahre

Sie ist vor allem als Ehefrau ihres berühmten Ehemanns Robert Schumann bekannt. Doch das wird dieser starken Frau nicht gerecht.

Clara Schumann, Klaviervirtuosin, Dozentin, Publizistin und Komponistin, wuchs in schwierigen Verhältnissen auf. Ihre Eltern trennten sich, noch bevor sie fünf Jahre alt war. Sie lebte zunächst bei ihrer Mutter, musste aber dann zu ihrem Vater ziehen, wie es das damalige Ehe- und Familienrecht vorschrieb. Der Vater Friedrich Wieck, ein Klavierhändler, war ein schwieriger Mensch und ehrgeiziger Klavierpädagoge, der seine begabte Tochter selbst unterrichtete und ihre Karriere als Pianistin plante und managte.

Zum Zerwürfnis kam es, als er seine Zustimmung zu ihrer Heirat mit Robert Schumann, die er lange hintertrieben hatte, an vier Bedingungen knüpfte. Ihrem Tagebuch vertraute sie an: Der Vater verlangte den Verzicht auf 2000 Taler, die ihr nach siebenjähriger Karriere als jugendliche Pianistin eigentlich zustanden. Weiter sollte sie für die Instrumente, auf denen sie gespielt hatte, 1000 Taler bezahlen. Auf diese Bedingung verzichtete Wieck später. Ihr Verlobter sollte zwei Drittel seines Vermögens, nämlich 8000 Taler, seiner Frau überschreiben. Schließlich sollte Robert sie vor der Hochzeit als seine Universalerbin einsetzen. „Diese Bedingungen“, so schrieb Clara, „können wir natürlich nicht erfüllen und so muss die Sache gerichtlich abgemacht werden.“

Clara Schumann war fast 21, als sie heiratete. 16 Jahre war sie mit Robert verheiratet, weitere 40 Jahre lebte sie als Witwe. Robert und sie hatten acht Kinder, von denen eines früh verstarb. Drei weitere starben vor ihrer Mutter.

So lange ihr Mann lebte, komponierte Clara. Sie verstand sich als Teil einer künstlerischen Lebensgemeinschaft und war jahrelang die Hauptverdienerin der Familie. Weil sie auf Konzertreisen immer wieder Werke ihres Mannes spielte, verschaffte sie den Kompositionen Robert Schumanns Aufmerksamkeit und Anerkennung, die sie anders nicht erhalten hätten.