Pythagoras lebte einst in Crotone. Viel mehr wissen wir nicht. Ein Besuch in seiner Stadt.

Die sehenswerte Hafenstadt Crotone am Jonischen Meer war für einige Jahre Heimat des antiken Philosophen, Mathematikers und Naturwissenschaftlers. Pythagoras wurde um 570 v. Chr. auf Samos geboren. Er beschloss, zusammen mit griechischen Aussiedlern seine Heimat zu verlassen und kam nach in das süditalienische Kroton. Seine Leute vertrieben die Einheimischen, befestigten den Hafen, bauten einen Tempel und gründeten eine Kolonie.

Pythagoras wurde Vorsteher einer Schule, deren Charakter völlig im Dunkeln liegt. War es eine religiöse Sekte oder eine an Wissenschaft und fremden Kulturen interessierte Lerngemeinschaft? Jedenfalls eroberte Pythagoras mit seinen Schülern die politische Macht der Stadt. Dann kam es zu Konflikten, die pythagoräische Regierung endete und der Gelehrte musste die Stadt verlassen.

Dass Pythagoras der Erfinder des nach ihm benannten mathematischen Satzes ist, ist eher unwahrscheinlich. Er besagt, dass die Summe der Quadrate über die beiden Katheten eines gleichschenkligen Dreiecks den gleichen Flächeninhalt hat wie das Quadrat über der Hypotenuse. Doch selbst vor 2.500 Jahren kann diese Erkenntnis nicht mehr neu gewesen sein. Möglicherweise gelang Pythagoras der Nachweis des Lehrsatzes, aber selbst das ist zweifelhaft.

Im Crotone der Gegenwart finden sich noch die Spuren der Magna Grecia, der byzantinischen Epoche, des Mittelalters und des Barocks. Doch auch der Niedergang der Industriekultur, die die Stadt bis in die 80er und 90er Jahre des letzten Jahrhunderts prägte und sozial stabilisierte, sind unübersehbar.

http://www.comune.crotone.it