Die Synagoge in St. Ingbert hat jetzt eine Gedenktafel erhalten.

1811 kamen die ersten Juden nach St. Ingbert. In den folgenden Jahrzehnten stieg die Zahl der jüdischen Mitbürger auf 77. Am 23. April 1875 wurde der Bau einer Synagoge genehmigt. Ein Jahr später wurde sie eingeweiht.

Nach der Volksabstimmung am 13.01.1935 wurde das „Saargebiet“ Teil des Deutschen Reiches. Die kleine jüdische Community sah sich nun verstärktem Druck ausgesetzt, ihr Hab und Gut zu verkaufen und auszuwandern. So erwarb die Stadt St. Ingbert das Gebäude zum Preis von 16.500 Reichsmark. In grotesker Verkehrung ihrer ursprünglichen Funktion diente es nun als Schulungszentrum für Luftschutzübungen. Als Gebäude in kommunalem Besitz blieb der alten Synagoge aber das Schicksal der Progromnacht des Jahres 1938 erspart.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs diente die Synagoge noch einmal für kurze Zeit ihrem alten Zweck. Amerikanische Soldaten jüdischen Glaubens nutzten sie nun als Gebethaus. 1949 wurde verfügt, das Gebäude zurückzugeben. Eigentümerin war nun die Jüdische Kultusgemeinde Saar. Die wiederum verkaufte es ein Jahr später erneut, diesmal an die Protestantische Kirchengemeinde St. Ingbert (heute Martin-Luther-Gemeinde), die es gründlich umbaute und als Jugendheim nutzte.

Heute beherbergt das St. Ingberter Denkmal das Religionspädagogische Zentrum, eine Einrichtung der Evangelischen Kirche der Pfalz zur religionspädagogischen Begleitung und Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern. Die Synagoge von St. Ingbert ist nun wieder ein Haus der religiösen Bildung.

Im Juni 2019 hat die Stadt St. Ingbert eine Gedenktafel aufgestellt, die an die besondere Geschichte dieses Gebäudes erinnert.

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