Provokation: Wer da alles eingeladen ist!

Paolo Veronese (1528 –1588) , Gastmahl im Hause des Levi

Der Renaissancekünstler Paolo Veronese (1528 –1588) malte 1573 eine Abendmahlsszene, die Jesus in Gesellschaft seiner Jünger, aber auch zahlreicher unsympathischer Menschen zeigte. Das riesige Gemälde – es ist über fünf Meter hoch und dreizehn Meter breit – schmückte das Refektorium des Dominikanerklosters der Basilika Santi Giovanni e Paolo in Venedig. Als die Auftraggeber das Bild begutachteten, gab es Ärger. War es schicklich, so fragten sie den Künstler, dass er Jesus beim Letzten Abendmahl in Gesellschaft von Narren, Betrunkenen, lutherischen Deutschen, Kleinwüchsigen und Eingebildeten dargestellt hatte?

Der Künstler war sich der Provokation seines Werkes durchaus bewusst und lehnte Änderungen ab. Er gab dem Bild lediglich einen anderen Namen. Mit dem neuen Titel „Das Gastmahl im Hause des Levi“ erinnerte er an die Geschichte des Lukasevangeliums, in der ein Zöllner namens Levi von Jesus aufgefordert wird, vom Zolltisch aufzustehen und ihm nachzufolgen. Der Angesprochene zögert nicht, verlässt alles und schließt sich Jesus an. Als erstes richtet er ein Fest aus und lädt Jesus, seine Jünger und seine „Zöllnerkollegen“ in sein Speisezimmer ein.

Gut getroffen, Paolo! So ähnlich wird es gewesen sein.

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