Der Fluss der Tränen

Villi Bossi, Fiume di lacrime sulla Storia, 1998

Es sind 21 Jahre her, als der italienische Künstler Villi Bossi am Bildhauersymposion in Pirmasens teilnahm. Sein Beitrag zum Skulpturenweg Rheinland Pfalz war eine 2,50 Meter hohe Arbeit aus Sandstein, die er Fiume di lacrime sulla Storia (Fluss der Tränen über die Geschichte) nannte und die zusammen mit anderen Arbeiten – weitgehend unbeachtet – noch heute auf dem Pirmasenser Alten Friedhof steht.

Seine handgezeichnete Skizze mit einer persönlichen Widmung macht deutlich, was er mit dieser Arbeit ausdrücken wollte. Die Quader stehen für zweimal 1000 Jahre. Sie liegen leicht versetzt aufeinander. In ihrem Inneren entspringt ein Tränenstrom, der sich mehrere Meter weit über den Boden ergießt.

Das damals bevorstehende Milleniumsjahr war Anlass für ihn, eine ehrliche Bilanz von 2000 Jahren Menschheitsgeschichte zu ziehen. Viele, zu viele Tränen sind in zwei Jahrtausenden geflossen, meinte er damals. Sicher hat er Recht.

Villi Bossi, geb. 1939, lebt in seiner Heimatstadt Muggia nahe Triest.

Werbeanzeigen